AK „Christen in der SPD“ tagte im Haus der evangelischen Kirche in Mannheim: „Die Kirche als Arbeitgeber ist im Umbruch“

Veröffentlicht am 22.08.2014 in Arbeitsgemeinschaften

Treffen des AK Christen Rhein-Neckar im Haus der ev. Kirche in Mannheim

Auf Einladung des Wirtschafts- und Sozialpfarrers der evangelischen Kirche Baden, Thomas Löffler, tagte die Regionalgruppe Rhein-Neckar des „Arbeitskreis Christen in der SPD“ (AKC) im Haus der evangelischen Kirche in Mannheim. AK-Sprecher Stephan Fischer und SPD-Regionalgeschäftsführer Alexander Lucas konnten nicht nur einige aktive AK-Mitglieder begrüßen, sondern auch Joachim Feldes, der den AK Christen der rheinland-pfälzischen SPD leitet und seit Jahresanfang im Sprecherkreis des AKC auf Bundesebene vertreten ist.

Löffler stellte den interessierten Besuchern dabei nicht nur das Haus mit seinen verschiedenen Aufgabenfeldern vor, sondern insbesondere die Themen mit denen sich der „Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt“ beschäftigt. Man verstehe sich als Brückenschlag zwischen Kirche und Wirtschaft und wolle zum einen kirchliche Themen in die Wirtschaft einbringen, aber auch umgekehrt Fragen aus dem Bereich „Arbeit und Soziales“ in die Kirche hineintragen. Neben dem großen und insbesondere in Mannheim sehr aktuellen Thema der Arbeitsmigration/ Wanderarbeit und den Schulungen für die Mitarbeitervertretungen innerhalb der evangelischen Landeskirche Bade beschäftigt sich Pfarrer Löffler mit dem Kirchlichen Arbeitsrecht, das auch den inhaltlichen Schwerpunkt der AKC-Sitzung in Mannheim bildete. Thomas Löffler, stellte in seinem Referat einige Fakten zu diesem Themenkomplex vor. Um die Tragweite zu verdeutlichen stellte Löffler heraus, dass evangelische und katholische Kirche zusammen mit ihren Sozialverbänden Diakonie und Caritas mit 1,3 Millionen Arbeitnehmern der größte Arbeitgeber in Deutschland sei. Für diese Beschäftigten gilt ein eigenes, kirchliches Arbeitsrecht, der sogenannte „3. Weg“, der den Kirchen durch die höchsten Gerichte immer wieder zugestanden wurde jedoch durch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) vom November 2012 nun modifiziert bzw. korrigiert werden muss. Zentral sei bei den nun anstehenden Veränderungen die Definition und Ausgestaltung des Begriffs „Dienstgemeinschaft“. Es sei schwierig, so Thomas Löffler weiter, diesen Begriff auf alle Arbeitsverhältnisse der Kirche anzuwenden. Er müsse deshalb neu überdacht werden.

Durch das BAG-Urteil ergeben sich aus der Sicht des Wirtschafts- und Sozialpfarrers zwei Alternativen für die künftige Gestaltung des kirchlichen Arbeitsrechts. Entweder entwickle man einen „kirchengemäßen 2. Weg“ oder man findet einen „gewerkschaftsnahen 3. Weg“. Beide Optionen habe das BAG-Urteil zugestanden. Die Evangelische Kirche in Baden hat im April diesen Jahres ein modifiziertes Arbeitsrecht beschlossen, das nun befristet bis Mitte 2017 gilt und beispielsweise die Taufe nicht mehr als Voraussetzung für einen Arbeitsvertrag sieht, sondern die „Verpflichtung, das evangelische Bekenntnis zu respektieren und sich loyal der Evangelischen Kirche in Baden und ihrer Diakonie zu behalten“.

Für Thomas Löffler ist die Gestaltung des kirchlichen Arbeitsrechts auch eine Frage der Glaubwürdigkeit von Kirche. Insbesondere deshalb zeigte er sich erfreut über das Interesse der SPD-Vertreter an diesem Thema, das in einer spannenden Diskussion aufgegriffen und weiter bearbeitet werden soll, wie der Arbeitskreissprecher Stephan Fischer versprach. Fischer forderte einen „Tarifvertrag Soziales“, der auch für die Kirchlichen Arbeitgeber beispielsweise im Bereich der Pflegedienstleistungen gelten soll. „Den Beschäftigten einer Branche müsse eine gemeinsame Basis geboten werden, um vergleichbare Löhne zu haben und um die Berufe in diesem Bereich attraktiver zu machen.“ Die Kirche könne dann als „normaler Arbeitgeber“ mit ihren besonderen Merkmalen auf dem Arbeitsmarkt konkurrieren, so Fischer in seinem Diskussionsbeitrag.

(al)

Anschreiben an die Synode der ev. Landeskirche in Baden: /dl/140924_Schreiben_an_Synode.pdf

 

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