Christinnen und Christen in der SPD Baden-Württemberg

Aufeinander Zugehen in Zeiten der Spaltung

Veröffentlicht am 10.01.2022 in Aktuelles

Die Gesellschaft für Gesundheitsberatung hat den Theologen und Psychoanalytiker Eugen Drewermann für eine Neujahrsansprache mit dem Titel „Aufeinander zugehen in Zeiten der Spaltung“ gewinnen können. Sie schreibt auf ihrer Internetseite: „Die Spaltung, die sich bedrohlich durch unsere Gesellschaft zieht und bis in die engsten Familienkreise tiefe Spuren hinterlässt, nimmt immer gravierendere Formen an. Menschen werden kategorisiert als "geimpft" und "ungeimpft" – und dabei medial nicht selten gleichgesetzt mit "richtig" und "falsch". Die Diskriminierung, die damit gerechtfertigt und vorangetrieben wird, hat inzwischen Ausmaße angenommen, wie wir sie uns vor wenigen Monaten nicht hätten ausmalen können oder wollen. In diesen kritischen Zeiten der Isolation, Frustration und gegenseitigen Schuldzuweisung möchten wir für ein Miteinander, ein Aufeinanderzugehen und einen wertschätzenden Dialog plädieren. Denn nur durch eine aufrichtige Begegnung und Beschäftigung mit "dem Anderen" können wir es schaffen, Brücken zu bauen und die Gräben zu überwinden, die sich in den letzten Monaten und Jahren in unsere Gesellschaft gezogen haben.“

Dies möchten wir als Sprecher des AKC unterstreichen und möchten diesen Vortrag den Interessierten zur Kenntnis geben.

Neujahrsansprache 2022 - Dr. Eugen Drewermann: Aufeinander zugehen in Zeiten der Spaltung - YouTube

Man könnte den Vortrag in drei Thesen zusammenfassen:

These 1: Die zentrale Krankheitsursache ist der Ausfall des Religiösen, was sich manifestiert an einem Mangel an Individualität, an Vernunft, an Integrität, an Wahrheit und Wahrhaftigkeit sowie einem Mangel an Hoffnung.

These 2: Der unbedingte Glaube an die Wissenschaft ist problematisch. Oft werden technische Lösungen für Probleme gesucht, die die Technik selbst geschaffen hat. Der Grund dafür liegt in der Vereinseitigung der Vernunft auf den Verstand, der am Machbaren interessiert ist. Eine logische Folge ist die Dominanz der kognitiven Intelligenz.

These 3: Es gibt daher auch Gründe, dem Staat gegenüber gelegentlich misstrauisch zu sein, wenn dieser z.B. einen Teil der Bürger moralisch disqualifiziert, weil sie von ihrer Freiheit, sich nicht impfen zu lassen, Gebrauch machen.

Im Einzelnen konstatiert Drewermann:

  1. Blinde Wissenschaftsgläubigkeit und Spezialistentum statt Demut (z.B. mit dem Virus kennen wir uns noch nicht gut aus). Politisch geäußerte Denkverbote statt offener Diskussionen vorläufiger Ergebnisse wegen mangelnder empirischer Untersuchungen (z.B. Wer ist ursächlich an Corona gestorben?). Aufgrund der Irrtümer der WHO in Bezug auf die Schweine- und Vogelgrippe beispielsweise müssen Skepsis und Zweifel erlaubt sein.
  2. Medizin am Menschen vorbei statt Lernbereitschaft; Entsubjektivierung (Patient = Objekt), Flucht in die kollektive Autorität statt Abbau der Polarisierung. Monokausale Schlüsse statt ganzheitlicher Medizin. Der beste Schutz gegen ansteckende Krankheiten ist das eigene Immunsystem, das durch Krankheiten lernt und wesentlich umfassender reagiert, als Impfstoffe es könnten.
  3. Aufgrund des Verdrängens und Ausklammerns alles vermeintlich Irrationalen in unserer Seele leiden viele Menschen an unbewältigten Traumata, an Desintegration bis zur Gefühlskälte und zur „emotionalen Demenz“.
  1. Verzweiflung an den Gräbern, ohne jede Hoffnung auf ein Leben jenseits der Gräber; der totale Verlust des Religiösen macht aus der Pandemie eine Pandämonie wie zu Zeiten der Hexenjagd: Kampf gegen den Tod um jeden Preis statt religiös begründeter Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott. Der Tod ist nicht unser Feind, er ist unser Bruder (Franz v. Assisi). Damit wir einander nicht verloren gehen, müssten wir den Tod begreifen als Tür in das Licht Gottes. Wir sollten auf dem Weg zur Wahrheit Hand in Hand zu leben versuchen.

Als Christen in der SPD sollten wir uns gerade jetzt nach Weihnachten im Kampf gegen ein Virus und gegen den Tod an die Wurzeln des Christentums und die Botschaft des Evangeliums erinnern.

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