Christen in der SPD Baden-Württemberg

 

Selbstverständnis

"Ein bisschen Salz, nicht Sand im Getriebe“ - so hat Otto Haug (Reutlingen) langjähriger Sprecher des AKC BW, einen Bericht über das damals 10-jährige Bestehen des Gesprächskreises „Christen und Christinnen und SPD“ für den „Vorwärts“ überschrieben. Ob sich Christen und Christinnen innerhalb der SPD politisch engagieren sollen – diese Frage stellt sich den Mitgliedern und Freunden der SPD nicht, die sich im AKC zu Veranstaltungen treffen. Sie beteiligen sich aus ihrem Blickwinkel heraus an der innerparteilichen Diskussion und werfen Fragen auf, die im Trubel des Politikalltags oft in Vergessenheit geraten. Mit kritischen Anfragen an Mandatsträger und Parteiverantwortliche möchten sie nicht „Sand im Getriebe“ des SPD-Landesverbandes sein, wohl aber Salz, das manchmal brennt, dafür aber Menschen „auf den Geschmack“ bringt.

Es ist gerade heute wichtig, dass sich Christen ins politische Geschäft einmischen: Wir befinden uns in einer Zeit, in der das Tempo immer mehr zunimmt. Ein Problem wird oft nicht bis zu Ende durchdacht, bevor die Lösungsvorschläge schon zwischen den Mühlsteinen der Machtkämpfe zerrieben werden. Kein Wunder, wenn angebotene Lösungen oft ein "Verfallsdatum" von nur Monaten oder gar Wochen haben. Auch hat man den Eindruck, dass vor lauter Toleranz alles gleich-gültig wird. Als Christen sind wir gefragt, in dieser Orientierungslosigkeit einen Beitrag zu leisten. Die biblische Botschaft, die manche gerne in den Raum individueller Frömmigkeit abdrängen, ist für uns eine Fundgrube für politische Orientierung, gerade in Zeiten großer Umbrüche. Selbst jemand, der nicht an Gott glaubt, kann nicht bestreiten, dass mit der Bibel bzw. dem Evangelium Jesu jahrtausende alte Menschheitserfahrungen weitergegeben werden.

Jesus fordert dazu auf, „Salz für die Welt“ zu sein. Auch unsere neue Zeit braucht die alten Werte. Wir müssen allerdings die schwierige Übersetzungsarbeit leisten, damit die Werthaltungen der biblischen Botschaft für die Welt verständlich werden und politische Wirkung zeigen. Man mag angesichts "Hartz IV" und einer weiterhin auseinander gehenden Schere zwischen Arm und Reich daran zweifeln, ob von der der Politik, von der Regierung biblische Grundwerte überhaupt noch wahr- oder gar ernst genommen werden. Wir stellen jedoch fest, dass was wir diskutieren direkt in Berlin oder in der SPD-Fraktion des Landtages ankommt. Allerdings ist das politische Geschäft kompliziert und interessante Diskussionen bedeuten noch lange keine praktische Politik. Aber wir haben den Eindruck, dass wir von vielen Mandatsträgern und Mandatsträgerinnen ernst genommen werden und unsere Überlegungen, Wertvorstellungen und Überzeugungen als das eingangs beschriebene „Salz“ weiterwirken. Wie viel wir bewegen, ist nicht zu messen, aber zum einen gibt es noch viele andere Christen und Christinnen in Deutschland, die sich in politische Diskussionen einmischen (wollen) und zum anderen trägt die christliche Botschaft auch ohne unser Dazutun noch heute in unserer Gesellschaft Früchte – selbst wenn man manchmal daran zweifeln mag.

Otto Haug/ Stephan Fischer

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